Programmer's Reference Guide
Inhaltsverzeichnis
- 12.1. Zend_Controller Schnellstart
- 12.1.1. Einführung
- 12.1.2. Schnelleinstieg
- 12.1.2.1. Ordnerstruktur anlegen
- 12.1.2.2. Wurzelverzeichnis setzen
- 12.1.2.3. Rewrite-Regeln erstellen
- 12.1.2.4. Boostrap-Datei erstellen
- 12.1.2.5. Den Action-Controller für die Startseite erstellen
- 12.1.2.6. Das View-Script erstellen
- 12.1.2.7. Fehler-Controller erstellen
- 12.1.2.8. Die Seite ansehen!
- 12.2. Zend_Controller Grundlagen
- 12.3. Der Front Controller
- 12.4. Das Request Objekt
- 12.5. Der Standard Router
- 12.5.1. Einführung
- 12.5.2. Einen Router verwenden
- 12.5.3. Grundsätzliche Rewrite Router Operationen
- 12.5.4. Standard Routen
- 12.5.5. Basis URL und Unterverzeichnisse
- 12.5.6. Globale Parameter
- 12.5.7. Router Typen
- 12.5.8. Zend_Config mit dem RewriteRouter verwenden
- 12.5.9. Erben vom Router
- 12.6. Der Dispatcher
- 12.7. Action Controller
- 12.8. Action Helfer
- 12.8.1. Einführung
- 12.8.2. Helfer Initialisierung
- 12.8.3. Der Helfer Broker
- 12.8.4. Eingebaute Aktions Helfer
- 12.8.5. Schreiben eigener Helfer
- 12.9. Das Response Objekt
- 12.10. Plugins
- 12.11. Eine konventionelle modulare Verzeichnis Struktur verwenden
- 12.12. MVC Ausnahmen
- 12.13. Migration von vorhergehenden Versionen
- 12.13.1. Migratiion von 1.7.x zu 1.8.0 oder neuer
- 12.13.2. Migration von 1.6.x zu 1.7.0 oder neuer
- 12.13.3. Migration von 1.5.x zu 1.6.0 oder neuer
- 12.13.4. Migration von 1.0.x zu 1.5.0 oder neuer
- 12.13.5. Migration von 0.9.3 nach 1.0.0RC1 oder neuer
- 12.13.6. Migration von 0.9.2 nach 0.9.3 oder neuer
- 12.13.7. Migration von 0.6.0 nach 0.8.0 oder neuer
- 12.13.8. Migration von 0.2.0 oder früher nach 0.6.0
Zend_Controller ist das Herz des MVC-Systems des Zend Framework.
MVC bedeutet Model-View-Controller
und ist ein Entwurfsmuster, das darauf abzielt, Anwendungslogik von Anzeigelogik zu trennen.
Zend_Controller_Front implementiert ein Front-Controller-Entwurfsmuster,
das vorschreibt, dass alle Anfragen vom Front-Controller abgefangen und abhängig von der
angeforderten URL an individuelle Action-Controller weitergeleitet werden.
Das Zend_Controller System wurde im Sinne der
Erweiterungsmöglichkeiten entwickelt, entweder durch Erstellen von Subklassen, welche
die bestehenden Klassen erweitern, oder durch Erstellen neuer Klassen, welche die
verschiedenen Interfaces und abstrakten Klassen implementieren, welche das Fundament der
Controller Klassenfamilie bilden, oder durch das Schreiben von Plugins und Action
Helper, um die Funktionalität des Systems zu erweitern oder zu verändern.
Wer mehr und tiefergehende Informationen benötigt, sollte die folgenden Abschnitte lesen. Dieser Abschnitt zeigt, wie man auf dem schnellsten Weg ein System lauffähig bekommt.
Der erste Schritt ist, die Ordnerstruktur für das Framework anzulegen. Typischerweise ist das die folgende:
application/
controllers/
IndexController.php
models/
views/
scripts/
index/
index.phtml
helpers/
filters/
html/
.htaccess
index.php
Der Webserver ist so zu konfigurieren, dass das Wurzelverzeichnis (Document Root)
des Webservers im html-Verzeichnis der obigen Ordnerstruktur liegt.
In die Datei html/.htaccess aus der Struktur von oben gehört der
folgende Code:
RewriteEngine On
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} -s [OR]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} -l [OR]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} -d
RewriteRule ^.*$ - [NC,L]
RewriteRule ^.*$ index.php [NC,L]
![]() |
Über mod_rewrite lernen |
|---|---|
Die obigen Rewrite Regeln erlauben es auf jede Datei im Document Root des eigenen virtuellen Host's zuzugreifen. Wenn es Dateien gibt die man auf diesem Weg nicht bereitstellen will, muss man in seinen Regeln restriktiver sein. Gehe zur Apache WebSite und lerne mehr über mod_rewrite. |
Wenn man IIS 7.0 verwendet, sollte man die folgende Rewrite Konfiguration verwenden:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<configuration>
<system.webServer>
<rewrite>
<rules>
<rule name="Imported Rule 1" stopProcessing="true">
<match url="^.*$" />
<conditions logicalGrouping="MatchAny">
<add input="{REQUEST_FILENAME}"
matchType="IsFile" pattern=""
ignoreCase="false" />
<add input="{REQUEST_FILENAME}"
matchType="IsDirectory"
pattern="" ignoreCase="false" />
</conditions>
<action type="None" />
</rule>
<rule name="Imported Rule 2" stopProcessing="true">
<match url="^.*$" />
<action type="Rewrite" url="index.php" />
</rule>
</rules>
</rewrite>
</system.webServer>
</configuration>
Die obige Regel routet Anfragen entsprechend auf existierende Ressourcen (existierende Symlinks, nicht-leere Dateien, oder nicht-leere Verzeichnisse), und alle anderen Anfragen an den Front Controller.
![]() |
Anmerkung |
|---|---|
Die Rewrite-Regel oben ist für den Apache-Webserver; Beispiele für andere Webserver finden sich in der Router-Dokumentation. |
Die Bootstrap-Datei ist die Datei, durch die alle Anfragen geleitet werden
-- html/index.php in unserem Fall. In die Datei
html/index.php gehört der folgende Code:
Zend_Controller_Front::run('/path/to/app/controllers');
Das instanziert und führt den Front-Controller aus, der Anfragen an den Action-Controller weitergibt.
Bevor wir von Action-Controllern reden, sollte erst verstanden werden, wie Anfragen
im Zend Framework behandelt werden. Standardmäßig zeigt das erste Segment eines URL
auf einen Controller und das zweite Segment auf eine Aktion, die dieser Controller
ausführen soll. Als Beispiel sei der URL
http://framework.zend.com/roadmap/components gegeben. Der Pfad ist
/roadmap/components, was die Anfrage zum Controller
roadmap und dort in die Aktion components leitet. Wenn
keine Aktion angegeben wird, wird index als Standard-Aktion angenommen,
und wenn kein Controller angegeben wird, wird auch index als
Standard-Controller angenommen. (Das folgt der Apache-Konvention, die einen
DirectoryIndex automatisch findet).
Der Dispatcher von Zend_Controller nimmt dann den Wert, der
als Controller angegeben ist, und schließt daraus auf eine passende Klasse. In der
normalen Einstellung des Dispatchers wird der erste Buchstabe jedes Wortes im
Controller-Namen groß geschrieben (Title-case), und dann das Wort
Controller angehängt. Das bedeutet für unser Beispiel, dass die Anfrage
nach dem Controller roadmap an die Klasse
RoadmapController weitergeleitet wird.
Auf ähnliche Art wird die Methode für die Aktion bestimmt, die der Controller
ausführen soll. In der Grundeinstellung wird die angefragte Aktion komplett
kleingeschrieben und das Wort Action wird angehängt. In unserem
Beispiel wird also die Aktion components zu
componentsAction, insgesamt wird also die Methode
RoadmapController::componentsAction() aufgerufen.
Also, weiter gehts. Jetzt wird ein Startseiten-Controller und eine dazugehörige
Standard-Aktionsmethode erstellt. Wie vorhin bereits erwähnt, heißen
Standard-Controller und -Aktion beide index. Also gehört in die Datei
application/controllers/IndexController.php folgendes:
/** Zend_Controller_Action */
class IndexController extends Zend_Controller_Action
{
public function indexAction()
{
}
}
Normalerweise ist ein Action-Helper namens ViewRenderer
eingeschaltet. Das bedeutet, dass sofort, wenn eine leere Aktionsmethode und ein
passendes View-Script existieren, Inhalte gerendert werden. Standardmäßig wird die
Klasse Zend_View als View-Schicht im Zend-Framework MVC
verwendet. Der ViewRenderer zaubert ein wenig, und benutzt Controller-
(hier: index) und Aktionsname (hier: index), um
herauszufinden, welches Template er rendern soll. Ohne dass man dies ändert, haben
Templates die Dateiendung .phtml, das heißt also für unser Beispiel,
dass das Template index/index.phtml gerendert wird. Zusätzlich nimmt
der ViewRenderer automatisch an, dass das Verzeichnis
views auf der selben Ebene wie das Controller Verzeichnis das
View-Basisverzeichnis ist, und dass die eigentlichen View-Scripts in dessen
Unterverzeichnis views/scripts/ liegen. Insgesamt hat also das
Template, das gerendert wird, den Pfad
application/views/scripts/index/index.phtml.
Wie oben
beschrieben, werden View-Scripts im Verzeichnis
application/views/scripts/ abgelegt; das View-Script für den
Starseiten-Controller und dessen Standard-Aktion hat den Pfad
application/views/scripts/index/index.phtml. Da hinein kommt das
folgende HTML:
<!DOCTYPE html
PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html>
<head>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
<title>Meine erste Zend Framework-Seite</title>
</head>
<body>
<h1>Hallo Welt!</h1>
</body>
</html>
Standardmäßig ist das
Error-Handler-Plugin registriert. Dieses Plugin erwartet, dass ein Controller
existiert, der Fehler behandelt. Ohne weitere Einstellungen erwartet es einen
ErrorController im Default-Modul mit einer Methode namens
errorAction:
/** Zend_Controller_Action */
class ErrorController extends Zend_Controller_Action
{
public function errorAction()
{
}
}
In der bereits angesprochenen Ordnerstruktur gehört dieser Code in die Datei
application/controllers/ErrorController.php. Außerdem muss auch ein
View-Script application/views/scripts/error/error.phtml erstellt
werden; Beispielhaft könnte sein Inhalt so aussehen:
<!DOCTYPE html
PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html>
<head>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
<title>Fehler</title>
</head>
<body>
<h1>Ein Fehler ist aufgetreten</h1>
<p>Ein Fehler ist aufgetreten;
bitte versuchen Sie es später noch einmal.</p>
</body>
</html>
Jetzt, wo der erste Controller und das erste View-Script geschrieben sind, kann der
Browser aufgerufen und die Seite angesehen werden. Wäre example.com die
Domain der Zend Framework-Installation, dann würde jeder der folgenden URLs auf die
Seite zeigen, die wir gerade erstellt haben:
http://example.com/http://example.com/indexhttp://example.com/index/index
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt bereit, weitere Controller und Aktionsmethoden zu erstellen und Ihrer Seite damit Leben einzuhauchen.
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![[Anmerkung]](/images/note.gif)